Von...Ach halt, da war ja was!

Da ist er nun. Früher als erwartet. Für euch genauso, wie für mich. Aber es ändert sich so viel und wieso an einem Datum festhalten, wenn die Zeit einfach passt ? Wieso nicht mal auf alle Konventionen scheißen und das machen, was sich gerade in dem Moment richtig anfühlt?
Deswegen ist er jetzt hier. Da, wo er hingehört. Er? Er. Er - Der neue Entwurf meines Internetlebens, die neue Version von Piggy Banks und Ritzenkrümeln.
Wie aus dem nichts. Wie ein Pickel am frühen morgen. (In der Hoffnung, dass das nicht ganz so lästig ist für euch) Und wieso überhaupt eine neue Version? Ich fühlte mich eingeengt in dem, was ich tat. Manche Leute sagen, dass man sowas nicht am Blogtitel festmachen sollte, aber für mich war das irgendwie so. Für mich waren die Piggy Banks und die Ritzenkrümel einfach nicht mehr erträglich und tragbar. Das war nicht mehr Laura. Wie viel ein Blogtitel doch so beeinflussen kann. Piggy Banks und Ritzenkrümel - klingt wie eine Spielwiese für präpubertierende Kids. Und das wollt ich nicht mehr. Ich wollte dann lieber post- oder wenigstens was mittendrinpubertierendes. Man kann ja nun wirklich nicht behaupten, ich wäre erwachsen, aber so klein und unscheinbar wie ein Ritzenkrümel bin ich dann doch nicht mehr. Und wenn man bedenkt, dass ich diesen Blog nun seit über dreieinhalb Jahren führe, sei das doch gerechtfertigt, richtig? Wachstumsschmerz also. Klingeln da deine Ohren und die "EMO!!!!!"-Zentrale meldet sich? Oder welches Gefühl löst das in dir, lieber Leser, aus?  Was auch immer es ist. Ich mag den Namen sehr gern. Ich weiß noch wie ich früher als kleiner Gnom geheult habe, weil meine Beine nachts so weh getan haben, wenn ich gerade mal einen Wachstumsschub hatte. Mama hat gesagt, dass das aufhört, spätestens wenn ich heirate. Das sagt sie immer noch, zu egal was. Es ist alles wieder gut, wenn man heiratet. Und weil ich irgendwie nichts am Heiraten finde, werde ich wohl auf Ewigkeiten Wachstumsschmerzen haben. Und deswegen ist das hier auch keine Eintagsfliege.
Die Frage aller Fragen ist wohl - was ist denn jetzt anders, und ist überhaupt irgendwas anders?
Kann man denn sagen, dass wir nur eine neue Verpackung haben? So unter dem Motto "Raider heißt jetzt Twix sonst ändert sich nix!" ? Kann man sagen, dass aus Calgonit jetzt einfach nur finish wurde?
Ganz so einfach ist das nicht. Erstmal natürlich das Design. Wahnsinnig schön ist es, findet ihr nicht? Über das Rentnerbeige lässt sich streiten, aber das kann man ja jederzeit ändern. Aber ansonsten bin ich wirklich rundum zufrieden! Ich hoffe ihr auch.(?) Oder seid ihr enttäuscht, weil ihr euch mehr erhofft hattet? Ich hoffe doch nicht.
Dann der Titel, der jetzt endlich wirklich bedeutungsschwanger ist! Geklaut habe ich ihn aus dem gleichnamigen Buch von Sarah Kuttner, um mal auf meine Quelle zu verweisen. Er bedeutet mir wirklich sehr viel. Denn der physische Wachstumsschmerz, den man als Kind hat, weicht jetzt dem psychischen Wachstumsschmerz, den man nun mal während der Adoleszenz empfindet. Dieses hin- und hergerissen sein. Das man neue Freunde findet, alte nicht verlieren will und alles nicht mehr unter einen Hut kriegt. Das man sich von seiner Familie emanzipieren will, das man raus in die große weite Welt will und plötzlich versteht, wieso die Familie einen davor warnte. Das man zurückrennen will zu seiner Mutter, das man sich am liebsten ganz klein machen will um wie früher von ihr komplett ummantelt werden zu können. Das die warme Welle der Geborgenheit über dich rüberbricht. Aber das geht nicht. Denn man muss sich irgendwann abnabeln, man muss irgendwann lernen, dass man es alleine schaffen muss. Das man sich nicht mehr hinter Mutti verstecken kann und an ihr vorbeilugt. Dann kommen die Entscheidungen, die wichtig für die Zukunft sind. Das man nicht mehr weiß, ob man Weg A wählt oder Weg B, das man wahnsinnig unsicher ist in dem, was man tut. Das man schreien will "ICH BIN DOCH NOCH SO JUNG! Ich weiß das doch alles noch nicht!" - woher auch? Die Adoleszenz ist eine Zeitspanne voller erster Male. Und damit mein ich jetzt nicht (nur) das, woran ihr gerade denkt. Damit wäre das mit dem Titel auch geklärt.
Der Inhalt.
Ich glaube...halt - ich weiß, dass sich der Inhalt ändern wird. Ich werde mehr schreiben. Zum Freud' des einen zum Leid des anderen. Ich bin irgendwie aus dem Alter raus, wo es cool ist mit seinen Freunden rauszugehen und zu sagen "komm, wir machen Fotos!" bzw. eigentlich war ich da noch nie drin, weil ich mich immer doof dabei fühle für fremde Menschen im Internet zu posieren, wo ich nun doch nicht so ahnsehnlich bin. Ich meine, es ist ja nicht so als hätte ich das in Version 1 so zelebriert, aber auch so werden sicherlich weniger Bilder auftauchen, einfach, weil ich zu der Zeit Bilder gemacht habe, weil ich das als Pflicht ansah, als ein Muss. Das ich das Gefühl hatte, als würde man mich sonst nicht in der Bloggerwelt akzeptieren. Ich sehe die Blogs der Mädchen aus meiner Schule, aus meinem Freundeskreis und die, die ich nicht mal kenne. Das sind Größtenteils Fotografieblogs. Das kommt halt gut an. Um ehrlich zu sein guck ich mir sogar lieber Fotografieblogs an als alles andere. Ich mag diese Blogs sehr, ich bewundere diese Mädchen dafür, dass sie so überzeugt vor der Kamera stehen, das da schöne Bilder entstehen. Bei mir entstünden nur welche mit einer unsicher dreinschauenden Laura, die alles andere ist als selbstbewusst. Ich verliere hier gerade ständig den Faden. Jedenfalls: Bilder kommen also weniger rein, weil ich jetzt nur noch dann fotografieren will, wenn ich Lust habe. Auch ohne, dass es zum jeweiligen Thema passt.
Ich weiß, dass das bedeutet, das einige gehen werden. Das die Leserzahl unter Umständen noch weiter minimiert wird. Aber ich habe in den dreieinhalb Jahren auch gelernt, dass es Leute gibt, die das wirklich lesen, die das wirklich interessiert was ich zu sagen habe. Für mich waren und sind Komplimente über meinen Schreibstil und über meine Art immer so viel mehr wert als die über die Bilder. Das hat mich selbstbewusst genug gemacht um jetzt zu sagen, dass ich nicht mehr vor langen Texten scheuen werde. Ohnehin habe ich gelernt, dass es hier nicht um die Menge geht. Ich habe die besagten Mädchen mit ihren Fotografieblogs um ihre über tausend Leser immer soo beneidet, aber die sind ein ganz anderes Kaliber als ich. Es nützt überhaupt nichts mich mit denen zu vergleichen. Dafür habe ich dreieinhalb Jahre gebraucht um das zu begreifen. Ich liebe die handvoll Menschen, die mir immer wieder Kommentare hinterlassen, die nach so langer Zeit immer noch da sind. Die quasi zum Stammtisch gehören. Diese paar Leute sind mir so so so ans Bloggerherz gewachsen,  hätte ich tausende davon, ich könnte mich gar nicht so intensiv mit ihnen beschäftigen, wie ich es jetzt kann. Das ist hier, so wie es ist, so viel familiärer und schöner. Das ist was ganz besonderes und ich weiß es zu schätzen. Desweiteren kommts ja auch dazu, dass, wenn ich mehr  schreibe, das da automatisch mehr Herzblut drin landet, mehr verwundbare Punkte. So offen könnt ich gar nicht schreiben, wenn wir so viele wären. Es ist schon schlimm genug, das Leute aus meinem Jahrgang diesen Blog kennen und lesen (Hallo, Theresa. :D) - ich will nicht wissen, wie oft sie sich schon das Maul darüber zerfetzt haben. Ich könnte eigentlich auch gleich nackt in die Schule gehen, das würde nichts mehr ändern. Aber gut. Meine Schulzeit ist fast vorüber. Was jetzt verkackt ist lohnt sich auch nicht mehr aufzubauen und was schon gut läuft wird dadurch auch jetzt nicht mehr eingerissen. Ich geh einfach mal auf Risiko.
Ich habe auch alles gelöscht, alle Posts, alles weg. Tut mir leid. Ich hab selbst Pipi in den Augen gehabt, aber das musste sein.
So, nun seid ihr ganz schön verunsichert, was? Kommen wir zu dem Teil, der bleibt.
Hallo erstmal, ich bins, Laura. Ja. Das ist wohl das Einzige. Haha. Sorry. Ja, die Blogautorin bleibt natürlich. Was ja auch schon mal was wert ist. Es bleibt also meine latente Gewaltbereitschaft, der Weltschmerz, die Vorliebe für GZSZ und dieses Bastelwütige etwas, das nebenbei auch bäckt und so tut als könnte es Pralinen herstellen. Es bleibt immer noch dieses lockere Mundwerk, das absolut unfähig ist Kommata zu setzen (sorry, ey..) und das 1,60m große Weib, das sich ständig dafür entschuldigt,dass sie sich mal wieder 'ne Woche nicht gemeldet hat. Wobei ich glaube, dass wenn der Text im Vordergrund steht, ich öfter posten werde, weil ich schon oft Texte verfasst, aber nie hochgeladen habe aus Mangel an Bildern. Es bleibt das übliche Alltagsgedöhns, der ganz normale Wahnsinn also.

Ich begrüße dich an Bord der Costa Conlauria - willkommen auf dem sinkenden Schiff.
Danke, dass du da bist. Wirklich! Vielen, vielen Dank. Hätte ich Geld, ich würd dir welches überweisen. Hab ich aber nicht. Ich kann nur Danke sagen. Danke!

3 Kommentare:

  1. Hallo Laura,
    ich hoffe Du kannst auch ein wenig Kritik vertragen. Nach den Ankündigungen auf dem Blog und bei ask hatte ich von Deinem neuen Layout wirklich mehr erwartet. Dabei mag ich schlichte Layouts eigentlich sehr. Bei Deinem finde ich ein paar Elemente aber nicht so gelungen. So finde ich z.B. den Freiraum um den Titel zu groß, besonders nach unten zu den Posts hin. Wenn ich den Blog aufrufe, sticht mir der Titel ins Auge, ich muss dann aber nach dem wichtigen, nämlich dem Post, schon fast suchen. Besonders auffällig ist das auf meinen Netbook. Bei der geringen Auflösung muss ich nach unten scrollen, um den Post überhaupt zu sehen. Mir persönlich ist die Schrift in der Sidebar zu groß. Durch die große Schrift lenkt die Sidebar auch zu sehr von den Posts ab, vor allem nimmt sie aber zu viel Platz weg. Um das zu kompensieren hast Du für die Posts wahrscheinlich eine so kleine Schrift eingestellt, oder? Jedenfalls ist die Schrift der Posts auf meinem iPad so klein, dass sie nicht zu lesen ist. Ok, ich kann sie dort vergrößern, aber die Zeilenlänge bleibt trotzdem so lang, dass das Lesen eines längeren Textes echt anstrengend ist, weil ich häufig die Zeile verliert. Da würde ein größerer Zeilenabstand oder ein mehrspaltiges Text-Layout Abhilfe schaffen. Insgesamt muss ich sagen, dass das ganze Layout für mich irgendwie unharmonisch aussieht. Leider kann ich Dir aber auch nicht sagen woran das liegt.
    Nach der vielen Kritik am Morgen will ich aber auch noch etwas Positives loswerden. Ich finde den Titel und vor allem den geplanten Inhalt sehr spannend. Außerdem mag ich Deinen Schreibstil und Deine Art. Und das ist mir wichtiger als ein Layout, dass nicht ganz meinen Geschmack trifft.
    Lg
    Frank
    P.S.: Wie mir gerade auffiel stimmt mit dem Kommentar-Symbol noch etwas nicht. Man muss genau auf die rechte Kante klicken, um die Kommentarfunktionen aufzurufen, was etwas schwierig ist.

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  2. Laura Laura Laura !
    Jetzt hast du mich aber echt eiskalt erwischt.. Aber weißt du was? Ich bin stolz auf dich :)
    Wirklich, so in echt und so! Der Text ist einfach unfassbar schön. Ich mein, ich mochte deine Texte schon immer, sie sind so ehrlich und witzig aber auch tiefgehend und berührend. Wie oft ich mich in diesem Text wiedergefunden habe, kann ich dir garnicht sagen. Ich hab das Mitzählen nach ein paar Sätzen aufgegeben.
    Solche Schritte sind nie sonderlich einfach, aber neues Kapitel hat noch nie geschadet und ich bin mir sicher, dass dieses ein ganz fabelhaftes wird!
    Ich bin schon furchtbar gespannt, wie es weiter geht! Es wird vielleicht eine Weile dauern, bis ich mich an den neuen Titel und das neue (in meinen Augen durchaus gelungene) Design gewöhnt habe, aber die "Mühe" wird sich lohnen.

    Ich hab dich lieb, Laura mit den Scherenhänden! Das wird ganz doll großartig.

    P.S. "Jeder Weg ist richtig, so lang wir ihn gehen."

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  3. Oh, ich finde es sehr schön,dass du jetzt mehr schreibst und ich finde es gut,dass du auch den Mut für diese Veränderung aufgebracht hast. Fotografie-Blogs kann man sich im Alltag zwar besser nebenbei anschauen, aber ich bin mittlerweile mehr auf der Suche nach Boggern,die schreiben. Texte in denen man sich wieder findet und die einen zum Nachdenken anregen. Und genau das tust du. Deswegen : Danke! Und das Lied ("Wheel") ist wunderschön.
    Liebe Grüße

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