Menschen neigen dazu sich mit anderen Menschen zu vergleichen, richtig? Das ist einfach so. Dit macht man halt. Manchmal, damit man sich selbst anspornen kann, oder einfach, weils ein nettes Gefühl ist wenn andere noch in ihrer Ursuppe rumdümpeln. Wenn ich mich aber so mit anderen vergleiche, dann macht mich das meist unglücklich. Was wahrscheinlich nicht zuletzt daran liegt, dass ich mich größtenteils mit Musikern oder Wunderkindern vergleiche, oder gleich beides in einem. Da denkt man dann so "Boah, diese Lorde ja...zwei Grammys, und das mit siebzehn!"
Das Einzige, das ich vorzuweisen habe sind Urkunden für'n Lesewettbewerb aus der Grundschulzeit.
Und auch wenn Justin Bieber mitlerweile schon einiges an Dreck am Stecken hat, hat der Junge doch um einiges mehr Geld als ich.
Und auch wenn Justin Bieber mitlerweile schon einiges an Dreck am Stecken hat, hat der Junge doch um einiges mehr Geld als ich.
Wie unterschiedlich doch Lebensläufe sein können.
Da sind die einen schon Tänzer bei irgendwelchen Musicals, oder sind um die Welt gesegelt.
Andere haben schon Kinder (das ist zwar jetzt nicht ganz so cool, aber passiert halt.) Und ich sitze hier, völlig unfähig mein eigenes Leben in die Hand zu nehmen. Ich lass mir meinen Stundenplan in die Hand drücken und gehe brav zum Unterricht ohne mit der Wimper zu zucken. Ich renne halbjährig zum Zahnarzt um mich durchchecken zu lassen, obwohl ich's eigentlich gar nicht nötig hätte mich dahin zu bequemen, weil die eh immer sage, dass alles in bester Ordnung ist. Ich hör mir Vorträge über Unis an oder fahre zu Infomessen um mich da berieseln zu lassen..
dabei könnt ich auch einfach was ganz specialmäßiges machen und voll durchstarten.
Ich könnte die next Julia Engelmann werden und ganz Deutschland würde sich das Maul über mich zerfetzen. Ich könnte auch macklemorelike über Schwule und Lesben philosophieren oder einfach gleich mit dem Fußball anfangen, durchstarten und dann rufen, dass ich lesbisch sei. Ich könnte die nächste Band im Schrank bei Circus HalliGalli sein. Ich könnte um die Welt rennen mit einem langen Bart, einem Shirt wo "Shit Happens!" draufsteht und einen auf Forrest Gump machen. Ich könnt mir sämtliche Körperteile aufpumpen lassen, in Öl baden und in einen Farbtopf hüpfen und mich dann lasziv am Strand räkeln und mich dann Popstar nennen. Ich könnte völlig abgedrehte und eklige Videos bei Youtube hochladen und das nächste Internetwunder werden.
Aber stattdessen gehe ich lieber ins Bett, stehe morgen auf, freu mich, dass Ferien sind.
Und nächste Woche geht der Spaß wieder von vorne los.
Und ich werde nicht mit der Wimper zucken und einfach hingehen,obwohl ich so unmotiviert bin.
Da erinnert man sich doch an die DDR-Geschichten zurück, die einem heute in der Schule erzählt werden, so von wegen Gehirnwäsche.
Ist es jetzt nicht das Gleiche? Ist Deutschland nicht einfach eine riesige Waschmaschine, die unsere Gehirne mit Perwoll wäscht, damit sie wie neu aussehen und wir alle gefügig werden?
Und niemand denkt darüber nach, dass Gehirnwäsche längst nicht so schön ist wie Geldwäsche, denn da hat man wenigstens was von.
Obwohl, wir haben ja noch Hoffnungsträger - Uli Hoeneß, Alice Schwarzer und Konsorten haben das System durchschaut.
Und wir denken auch noch, das wären Arschlöcher. bzw. um es Alice-Schwarzer-gerecht zur sagen Arschlöcherinnen (oder Arschlöchinnen?). Mh. Denk ich an Deutschland in der Nacht...ach egal, "kann man ja eh nicht ändern".
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| Bremerhaven in der Nacht, Sommer 2013. |

Hallo Laura,
AntwortenLöschenich hoffe Du glaubst nicht, dass ich nur kritisieren kann. Aber Du wolltest doch den Gedankenaustausch, oder? Daher:
Nein, es ist ganz sicher nicht das Gleiche! Gehirnwäsche gab es in der DDR, wo alles durchgeplant und nach dem System der Regierung laufen musste und dafür alles und jeder total überwacht wurde. Aber im vereinten Deutschland? Ganz bestimmt nicht. Zu DDR Zeiten hättest Du sicherlich keine dieser Möglichkeiten gehabt, die Du so schön aufgezählt hast, Du durftest ja noch nicht einmal reisen wohin Du wolltest. Ich verstehe nicht, warum so viele (in Deinem Alter) so einen Stress mit der Schule haben. Schule ist keine Gehirnwaschmaschine, im Gegenteil, Schule soll zum eigenständigen Denken anregen und Dir ermöglichen später einmal das zu machen was Du willst, aber auch fähig zu bist. Manchmal glaube ich allerdings, dass heute jeder denkt, er müsse unbedingt auf’s Gymnasium, selbst wenn er den IQ eines Weißbrots hat. Dann ist es natürlich kein Wunder, dass man mit der Schule überfordert ist. Und nein, damit will ich nicht sagen, dass ich Dich persönlich für zu doof halte. Ich will auch nicht sagen, dass in Deutschland und vor allem im Schulsystem alles eitel Sonnenschein ist. Aber man hat schon sehr viele Möglichkeiten, allerdings muss man seinen Arsch selber dafür hoch kriegen. Man darf nicht erwarten und darf nicht noch erwarten dass jemand einen motiviert, schließlich geht’s um das eigene Leben. Und was die Hoffnungsträger angeht – ich gehe einfach mal davon aus, dass das sarkastisch gemeint war.
Gruß
Frank
Ach, ich bin doch von dir gar nichts anderes gewohnt, Lob würde mich ja völlig aus der Bahn werfen! :D
LöschenDu verstehst das sicherlich einfach nicht, weil du das gerade nicht durchmachen musst, so einfältig wie das jetzt auch klingen mag. Mehr kann ich dazu aber nicht sagen. Ich weiß nicht wie Schule mal war, aber ich weiß, dass es jetzt einfach nicht mehr so ist, dass einem deine genannten Freiheiten wie eigenständiges Denken und das machen, wozu man fähig ist dort geboten werden. In der Schule gibts nur noch Bulimielernen, die Lehrer müssen den gleichen Stoff in zwei Jahren vermitteln, natürlich sieht man das dann auch auf dem Zeugnis. Man lernt und lernt, kotzt es auf seinen Test und vergisst es danach gleich wieder. Es geht aber auch einfach nicht anders. Die Übungsphasen fallen einfach komplett flach, bei mir ist das zumindest so, an anderen Schulen mag das vielleicht anders aussehen. Meine Schule ist aber generell schlecht organisiert.
Und das jeder denkt er müsse auf's Gymnasium liegt daran, dass die Arbeitgeber doch lieber die Gymnasiasten nehmen und nicht die, die nach der zehnten aufgehört haben, auch wenn die vielleicht genau so qualifiziert für den Beruf wären. Es stimmt schon, dass jetzt zu viele Abi machen. Die Unis und Hochschulen sind überfüllt. Und jeder will einen Platz. Man kann ja gar nicht mehr anders als sich den Arsch aufzureißen, wenn man was schaffen will und wenn man sicher irgendwo angenommen werden will.
Und wenn man eins nicht hat, dann sind es Möglichkeiten in der Schule. Da musste ich wirklich lachen. Es gibt ein ganz bestimmtes Raster an Fächern, die ich mir aussuchen konnte und das war echt minimal. das war wohl eher Scheinwahl... In der Schule wird man zum Generalisten ausgebildet, man bekommt nicht die Gelegenheit sich wirklich zu spezialisieren. Das darf man erst beim Studium.
Ich kriege meinen Arsch ja auch hoch. Ich krieg ihn auch höher als andere. Aber ich hasse es einfach, mich so für etwas hinzugeben, dass mich menschlich nicht wirklich weiterbringt. Ich habe so meine zwei, drei Fächer für die ich brenne. Aber ich kann mich in meiner Freizeit nicht näher mit ihnen beschäftigen, weil da noch zehn andere Fächer sind, die wollen, dass ich mich mit ihnen auseinandersetze.
Und ich hoffe wirklich, dass du nicht ernsthaft denkst, ich würde mich über Steuerhinterzieher freuen. All das, was hier geboten wird ist mit einem Augenzwinkern zu sehen. Der DDR-Vergleich ebenso. Im Deutschunterricht bringen sie einem Stilmittel wie Sarkasmus und Hyperbeln bei. Vertrau mir, die findet man hier auch zuhauf.