Eine Sache, die eigentlich längst überfällig ist, sind ein paar Impressionen meiner neuen Wohnung, richtig? Mich interessiert es immer wahnsinnig wie andere wohnen. Der Grund, weshalb ich noch nichts davon Preis gegeben hab ist, dass ich zum Beispiel mit meinem Zimmer noch gar nicht fertig bin. Ich hab noch keine Gardinen und auch wenn ich's nie für möglich gehalten hätte, aber ohne Gardinen sieht ein Zimmer ganz grässlich unfertig aus. Außerdem stehen noch drei Kartons rum, die darauf warten, dass ich sie ausräume und/oder in den Keller trage. Irgendwie steht auch alles noch nicht richtig, irgendwas fehlt. Aber kann man nach drei Monaten denn überhaupt schon ein Gefühl des Fertig-Habens haben? Bei mir geht das jedenfalls nicht, ein eigenes Zimmer ist immer ein Langzeitprojekt. Und von der Wohnung...naja, da weiß ich's ehrlich gesagt selbst nicht, wieso ich das noch nicht gemacht habe. Vielleicht, weil ich noch nicht weiß, wie ich sie darstellen soll. Zu bestaunen gibts auf jeden Fall 'ne Menge. Letztens ereignete sich eine witzige Diskussion: Ein Gast der WG war bei uns zu Besuch und eigentlich nur auf'm Sprung, weil er sein Tinder-Match vom Bahnhof abholen wollte. Er ging dann und vergaß aber sein Handy bei uns. Kam mit seiner Schnitte also wieder zurück und irgendwie haben wir uns dann alle festgequasselt. Und in einem stillen Moment sagt er zu ihr "Und, hab ich's dir nicht gesagt?" und sie sagt "Ja, du hast sowas von recht!" und ich: "Was denn?" und sie "Er hat mir gesagt, dass das hier 'ne richtige Klischee-WG ist."
Und das ist es echt! Alles voll von Stickern und Karten und Bildern, bunt zusammengewürfelt, viel Unordnung (aber wir sind auf dem Weg zur Besserung, Putzplan und Beef sei Dank), urgemütlich und sechs Leute, die einen immer nett aufnehmen. Wir kochen zusammen, wir veranstalten fette Spieleabende (es ist ziemlich verrückt, ich hab noch nie so oft Spiele gespielt wie in den letzten drei Monaten), abends sitzt man bei einem Rotwein und sinniert über diffuse Themen. Wir basteln an der Wohnung rum, sie ist ein riesiges Projekt, ständig in Bewegung. Wir unternehmen viel, gehen tanzen, gehen feiern, gehen in Lesungen, helfen einander und hören zu.
Und jetzt erkläre mir mal bitte einer wie man dieses - für mich völlig neuartige - Lebensgefühl in Bildern festhält? Ich find das richtig schwer.
Deswegen folgen jetzt einfach nur einfach nur ein paar Bilder, die ich mit meiner Kamera aufgenommen habe (über 'nen ziemlich langen Zeitraum, ich komm so selten dazu, und das Handy ist so praktisch.)
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| Der morgendliche Blick aus dem Fenster |
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| Und dann sitzen da so viele Vögel am Vordach und ich bau' den ein Vogelhaus... |
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| ...und dann scheren sich die Viecher nicht drum und gucken doof. manno. |
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| Räucherkerzen sind für mich im Winter viel wichtiger als Schnee. |
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die Gang auf dem Weg zu einer Lesung über die Größe Gottes. Gott = 0. Fragt nicht wieso. Das war so verwirrend. Wirklich. |
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| Und abends gehts dann wieder so ins Bett. |
ich liebe es, wie du von dem großprojekt WG und wohnung erzählst - dein schreibstil gefällt mir sehr! und es hört sich ehrlich gesagt richtig schön an - ich hoffe sogar, dass sich vielleicht (nur vielleicht!) auch bei mir irgendwann eine so 'sich-gemütlich-und-friedlich-anhörende' WG entwickeln wird. ich wünsch dir alles gute fürs weitere zusammenleben!
AntwortenLöschenp.s: das bild mit der räucherkerze ist beeindruckend.