Der Lottospieler wartet auf den Hauptgewinn. Der leidenschaftliche Fan wartet darauf, dass die Lieblingsband wieder in der Nähe spielt. Der Romantiker wartet auf die große Liebe. Wladimir und Estragon warten auf Godot. Alle warten sie auf etwas. Ich reihe mich ein in die Schlange der Wartenden und warte mit. Ich warte auf Lukas. Den ganzen Tag lang klebe ich wie paralysiert an meinem Handy, Lautstärke bis nach oben aufgedreht. Es zieht sich Ewigkeiten hin, gegen 21 Uhr klingelt es, als ich kurz davor bin mit dem Handy in der Hand bei einem wahnsinnig langweiligen Film einzuschlafen. Ich springe auf, renne auf den Balkon und tu möglichst gelassen: "Buon Giorno!" sage ich betont freundlich. Er erzählt mir, dass er nun mit seinem Mitbewohner geredet habe und ob ich Montag Zeit hätte. "Klar! Ich habe immer Zeit!" (und noch während ich das sage, denke ich mir "Laura, die denken, dass du keine Freunde und nichts zu tun hast."). Lukas lacht freundlich, wir machen eine Uhrzeit aus und legen auf.
Montag. 13:15 Uhr.
Auf einmal geht alles so schnell. Vor ein paar Tagen stand im Internet "Sie erhalten für den Studiengang Stadt- und Regionalplanung eine Zusage." Einen Tag später liegt die Annahmeerklärung im Briefkasten. Kaum habe ich meinen Freudentanz beendet, schmeiße ich mich auch schon an den Laptop und suche eine WG. Ich bin anspruchsvoll, muss ich zugeben. Mir geht es vorrangig a) um die Größe und b) um die Leute. Ich finde Lukas' WG und ehe ich mich versehe tippe ich drauf los, versuche eloquent, charmant und witzig rüberzukommen, preise mich so gut es geht an. Ich bin wirklich wahnsinnig schlecht darin mich selbst auf dem Silbertablett zu präsentieren. Noch bevor ich den Schwanz einziehen kann sage ich "Drei, zwei, eins!" und drücke auf Absenden. Zweieinhalb Tage vergehen, eh sich Lukas meldet. Er entschuldigt sich, dass es so lange gedauert habe, sagt, er hätte bei meiner Mail mehrmals herzhaft gelacht (innerlich ertönt ein "BAZINGA!") und sagt er melde sich morgen (heute) nochmal, um einen genauen Zeitpunkt auszumachen.
Und nun passiert das alles wirklich. Ich gehe Montag die erste WG besuchen. Mutterseelenallein, bewaffnet mit viel Unwissen und Unsicherheit.
Den Semesterbeitrag habe ich gestern überwiesen, heute schicke ich die Annahmeerklärung per Post ab.
- So I guess you can say things are getting pretty serious.
Es ist wahnsinnig aufregend. Und irgendwie bin ich stolz. Stolz darauf, dass mein Abi gut genug für die Uni war. Stolz, dass ich mit meiner "Bewerbung" auf das Zimmer überzeugen konnte. Und vor allen Dingen stolz, dass ich mich um die Dinge kümmere, statt sie aufzuschieben und das, obwohl ich Muffensausen habe. Aber darüber reden wir ein andermal, nun wird erstmal angestoßen. Auf die Zusage, auf meinen Besichtigungstermin, ach - auf das ganze Leben! Prost!

das mit den herzlichen Lachern kann ich mir gut vorstellen. Wenn du deine "Bewerbung" da so geschrieben hast, wie du hier deinen Blog schreibst, dann kann man nämlich gar nicht anders, als zu lachen :D
AntwortenLöschenherzlichenglückwunsch ♥
AntwortenLöschendas ist herzallerliebst,eines der schönsten freuden ist es wenn andere froh sind über ihre eigenen leistungen,sehr gut gemacht! you got it dude